Viele Spiele auf Steam, aber keine Idee, was du spielen sollst?
Vier fiktive Spiele zeigen, wie du nach Zeit und Interesse wählst, dir den Wiedereinstieg erleichterst und Verabredungen sowie eigene Ziele festhältst.
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In diesem Artikel
- Muss die Wahl vom Donnerstagabend auch am Samstag passen?
- Noch eine Chance geben oder aufhören?
- Diese Entscheidungen in Sammlungen festhalten
- Notieren, womit du nach einer Pause weitermachen willst
- Bei Spielen mit Freunden zählt der Stand der Verabredung
- Was „Abgeschlossen“ in deiner Liste bedeutet
- Nur häufig genutzte Listen nach vorn, nur veränderte Gründe anpassen
Du öffnest Steam, doch auf keines der Spiele hast du gerade richtig Lust. Du hast sie schließlich selbst ausgesucht, weil du sie haben wolltest. Ihre Namen wecken Vorfreude, irgendwann möchtest du sie noch spielen. Nur bei der Frage, welches du heute starten sollst, bleibst du immer länger beim Hoch- und Runterscrollen hängen.
Ob eine noch feinere Einteilung nach Genres dabei hilft, ist fraglich. Wenn du weißt, wo die Spiele sind, und dich trotzdem nicht entscheiden kannst, lässt dich auch die Trennung zwischen Action und RPG womöglich weiter zögern. Vielleicht bist du heute neugierig auf eine neue Geschichte, hast aber keine Lust, eine neue Steuerung zu lernen. Und weißt selbst noch nicht so recht, ob eines deiner Spiele zu beidem passt.
Was ich für solche Momente in der Bibliothek festhalten möchte, ist der Grund, weshalb ich zu einem Spiel zurückkehren wollte. Informationen über das Spiel, etwa sein Genre, sind nützlich. Ebenso nützlich ist, was ich mir gerade davon erhoffe.
Im Folgenden gehen wir die Auswahl von einem Abend unter der Woche bis zum Wochenende mit vier erfundenen Spielen durch, die bereits zur Bibliothek gehören: eines mit einer neuen Geschichte, ein unterbrochenes Rätselspiel, eines mit vertrauter Steuerung und eines, das wir mit Freunden spielen wollen. Es geht weder um tatsächliche Produkte noch um den Spielverlauf auf meinem Konto. Anhand dieses Beispiels überlegen wir, wie man unter den Spielen wählen kann, die man schon besitzt, ohne weitere zu kaufen.
Muss die Wahl vom Donnerstagabend auch am Samstag passen?
Nehmen wir an, am Donnerstagabend bleiben etwa vierzig Minuten frei. Von den vier Spielen reizt dich die neue Geschichte am meisten. Jedes Mal, wenn du das Cover siehst, denkst du ans Anfangen, doch die erste Szene kennst du noch nicht. Auch das Spiel mit der vertrauten Steuerung fällt dir auf. Wir nehmen an, dass du dort schon weißt, was zu tun ist, und leicht wieder einsteigen kannst.
In diesem Beispiel würde ich zuerst fragen, was ich von den vierzig Minuten heute haben möchte. Will ich wenigstens einen kleinen Einblick in eine neue Welt bekommen? Oder möchte ich keine Erklärungen mehr lesen und etwas Vertrautes tun? Beides hat seinen Wert, aber die beiden Spiele passen gerade aus unterschiedlichen Gründen. Wähle ich das neue Spiel und erwarte dabei einen ebenso mühelosen Einstieg wie beim vertrauten, passt mein Grund für die Wahl nicht zu dem Anfang, den ich mir erhoffe.
Heute entscheide ich mich für Erholung. Ich starte das vertraute Spiel und halte für die neue Geschichte fest, dass ich sie am Samstag zum ersten Mal beginnen möchte. Wichtiger als der Name des Wochentags ist, was dann anders sein soll: Ich erwarte mehr Zeit und genügend Ruhe, um unbekannte Regeln zu lesen. Deshalb verschiebe ich den Start. Bei der nächsten Auswahl macht es einen Unterschied, ob dieser Grund dasteht oder das Spiel nur unter „Später“ gelandet ist. Ob die Wahl noch passt, lässt sich am Samstag erneut prüfen. Fehlt auch dann die Ruhe, kommt vielleicht ein anderer Zeitpunkt infrage. Schwierig wird es, wenn aus der Donnerstagsentscheidung eine feste Rangfolge in der Bibliothek wird. Steht das Spiel, bei dem der Einstieg leichtfiel, immer ganz vorn und ist der Grund für einen neuen Anfang nirgends vermerkt, sehe ich am freien Wochenende wieder dieselben Spiele wie unter der Woche. Deshalb habe ich einen Anlass, Spiele zum Weiterspielen von solchen zu unterscheiden, die ich erst noch anfangen möchte.
Bin ich an demselben Donnerstag hingegen gerade deshalb bei Steam, weil mich das immer Gleiche langweilt, kann die Wahl auf die neue Geschichte fallen. Ich erwarte dann nicht, schon bis zu einer großen Wendung zu kommen. Ein Eindruck von der Atmosphäre und der Steuerung kann zu dem passen, weshalb ich heute etwas Neues gewählt habe. Damit ist nicht gesagt, dass genug Zeit bleibt, um ein fremdes Spiel ausgiebig zu genießen. Ich kann aber selbst festlegen, was ich in der kurzen Zeit kennenlernen möchte.
Solange ich nicht weiß, ob ich an der gewünschten Stelle aufhören kann, lässt sich allerdings schwer sagen, vierzig Minuten reichten aus. Weiß ich noch nicht, wie lange der erste Start dauert oder wann ich unterbrechen kann, gehört diese Ungewissheit zur Entscheidung. Muss ich heute zu einer festen Uhrzeit Schluss machen, würde ich das Spiel fürs Wochenende vormerken.
Das neue Spiel muss auch nicht jedes Mal die bessere Wahl sein. Wenn ich mich erholen möchte und unbekannte Regeln gerade anstrengend finde, passt das vertraute Spiel zum Zweck des Abends. Was aber, wenn ich weiterhin neue Erfahrungen suche und doch immer das auswähle, was weniger Vorbereitung verlangt? Dann lohnt sich die Frage, ob ich an einem gewöhnlichen Abend immer wieder etwas erwarte, für das dort kaum Raum ist. Ich kann einen passenden Anlass zum Anfangen vorsehen, statt das neue Spiel aus der Auswahl zu streichen.
Auch beim Blick auf den Installationsstand macht das einen Unterschied. Suche ich etwas für sofort, ist es bequem, zuerst die schon vorbereiteten Spiele anzusehen. Plane ich fürs Wochenende, bleibt Zeit für Vorbereitungen, und ich kann auch ein noch nicht installiertes Spiel in Betracht ziehen. Setze ich „installiert“ mit „interessiert mich gerade“ gleich, bleiben lange nicht angerührte Spiele in der Auswahl, während ein früher deinstalliertes Spiel, auf das ich wieder Lust habe, herausfällt. Ob mit der Installation tatsächlich schon alle Voraussetzungen zum Starten erfüllt sind, ist noch eine andere Frage.
Nun ist Samstag. Nehmen wir an, die erhoffte Zeit ist da und die neue Geschichte interessiert mich weiterhin. Der Grund, sie am Donnerstag aufzuschieben, besteht also nicht mehr. Jetzt würde ich das neue Spiel wählen. Die Liste hat mir nicht selbstständig ein gutes Spiel empfohlen. Ich habe den früher notierten Grund gelesen und geprüft, ob die Bedingungen heute passen. Wenn ich später aus demselben Grund zögere, muss ich seltener bei null anfangen und erneut alle vier Spiele gegeneinander abwägen.

Ein Beispiel zur Erläuterung der Auswahl. Es zeigt weder eine empfohlene Spieldauer noch einen tatsächlichen Steam-Bildschirm.
Trotz der zusätzlichen Zeit könnte mich das Rätselspiel inzwischen stärker reizen. Fällt mir eine andere Lösung für die Stelle ein, an der ich festhing, muss ich den Gedanken nicht verwerfen, nur weil ich jetzt Gelegenheit hätte, etwas Neues zu beginnen. Dann gibt es einen klaren Grund, den Plan zu ändern. Interessiert mich die neue Geschichte hingegen weiterhin am meisten und schreckt mich immer nur der ungewohnte Anfang ab, würde ich genauer notieren, was ich vorher noch wissen müsste. Ein verändertes Interesse und eine noch bestehende Einstiegshürde verlangen später nach unterschiedlichen Informationen.
Noch eine Chance geben oder aufhören?
Auch nach dem Start der neuen Geschichte steht eine Entscheidung an. Führen wir den erfundenen Samstag etwas weiter: Du hast den ersten Bildschirm und die Einleitung gesehen, dich im Spiel bewegt und weißt noch immer nicht, ob es dir Spaß macht. Nun könntest du überlegen, es sofort unter „Macht keinen Spaß“ abzulegen oder dranzubleiben, weil du schließlich schon angefangen hast.
Ich würde zunächst versuchen, den Grund fürs Aufhören konkret aufzuschreiben. Konnte ich eine gewünschte Handlung nicht ausführen, weil ich die Tasten noch nicht kannte? Habe ich die Situation wegen der vielen Figuren noch nicht verstanden? Oder hat mir gerade das, was ich schon getan habe, nicht gefallen? Es geht darum zu unterscheiden, wann die Hoffnung auf Besserung durch etwas mehr Spielen einen Anhaltspunkt hat und wann ihr diese Grundlage fehlt.
War die unbekannte Steuerung das Problem, ist der nächste Schritt recht klar. Ich kann mir vornehmen, herauszufinden, wie die gewünschte Handlung funktioniert, und dann zu prüfen, ob sich das Spielen weiterhin mühsam anfühlt. Ob mir das Spiel schließlich Spaß machen wird, weiß ich dadurch noch nicht. Ich habe erst einen Punkt gefunden, der meinem Urteil im Weg steht. Hilfreich ist, dass ich beim Zurückkehren weiß, womit ich anfangen möchte.

Welche Wahl passt, hängt vom verbleibenden Interesse ab. Keine davon garantiert, dass das Spiel Spaß machen wird.
Nehmen wir umgekehrt an, ich weiß bereits, was zu tun ist, möchte es aber nicht immer wieder tun. Dann kann ich nicht einfach einen Grund erfinden, weshalb mehr Vertrautheit das schon ändern werde. Ich würde überlegen, ob mich die weitere Geschichte oder ein anderer Teil noch interessiert. Bleibt nichts davon übrig, nehme ich das Spiel aus der nächsten Auswahl. Das muss nicht mit dem allgemeinen Urteil über das Spiel übereinstimmen. Ich pflege die Liste, aus der ich selbst wieder wählen werde.
Dazwischen gibt es Fälle, die sich schwerer beschreiben lassen. Die Einleitung hat mir vielleicht nicht gefallen, aber die Szene, die mich vor dem Start interessiert hat, habe ich noch gar nicht gesehen. Dann würde ich mich fragen, ob ich weiterhin auf diese Szene oder dieses Element gespannt bin. Möchte ich aus Neugier noch einmal hineinsehen, habe ich einen Grund zum Weiterspielen. Warte ich dagegen auf eine ungewisse Belohnung, weil ich die schon investierte Zeit nicht verloren geben möchte, sollte ich noch einmal aufschreiben, weshalb ich weitermachen will.
Ich finde die Frage, was ich beim nächsten Start sehen möchte, hilfreicher als die Vorgabe, eine bestimmte Zahl von Stunden durchzuhalten. Ein kleines Vorhaben reicht, um danach weiterzuentscheiden: eine bisher nicht gelungene Handlung ausprobieren oder eine noch unverständliche Situation erneut ansehen. Bleibt beim Versuch, dieses Vorhaben zu benennen, nur „Weil ich schon angefangen habe“ übrig, würde ich ein anderes Spiel wählen.
Vielleicht höre ich trotzdem bei jedem fremden Spiel sehr schnell wieder auf. Auch dann möchte ich es mir nicht mit dem Rat leicht machen, einfach durchzuhalten und es zu Ende zu spielen. Einige der notierten Abbruchgründe noch einmal zu lesen, kann Hinweise geben. Habe ich bei all diesen Spielen aufgehört, bevor ich die Steuerung kannte, und möchte nach wie vor etwas Neues spielen, würde ich das interessanteste davon auswählen. An einem Tag mit Ruhe zum Lernen würde ich es noch einmal versuchen. Nicht alle abgebrochenen Spiele müssten gleichzeitig neu bewertet werden.
Und wenn aus den Notizen hervorgeht, dass ich bei jedem Spiel aus einem anderen Grund nicht weitermachen wollte und diese Gründe für mich noch gelten? Allein eine hohe Zahl abgebrochener Spiele sehe ich nicht als Problem. Damit ein Spiel für einen weiteren Versuch infrage kommt, muss noch Interesse vorhanden sein. Will ich bloß die Zahl der Abbruchvermerke senken, verwischt das die Informationen, mit denen ich das nächste Spiel nach meiner tatsächlichen Lust wählen könnte.
Bei einem schon lange gespielten Titel kann ein anderes Zögern hinzukommen. Vielleicht scheint das Ende nah, oder die Zeit im bisherigen Verlauf fühlt sich zu kostbar an, um jetzt aufzuhören. Für mich steht zuerst die Frage, womit ich die nächste Zeit verbringen möchte. Will ich erfahren, wie die Geschichte ausgeht, ist das ein Grund zur Rückkehr. Interessiert mich der übrige Inhalt dagegen nicht und starte ich nur noch, um das Spiel als abgeschlossen einzuordnen, ist das ein anderer Zustand, auch wenn es in derselben Liste steht. Natürlich kann das Abschließen selbst ein gewünschtes Ziel sein. Möchte jemand an diesem Wochenende eines von mehreren angefangenen Spielen zu Ende bringen, lässt sich genau das als Grund notieren. Nur sollte ich dieses Ziel selbst gewählt haben. Ich möchte die kommende Zeit nicht automatisch einem Spiel zuteilen, bloß weil der bisherige Zeitaufwand groß war. Wenn ich unterscheiden kann, was ich wirklich zu Ende spielen möchte und was ich nur der Ordnung halber abschließen zu müssen glaube, kann ich bei der nächsten Auswahl ehrlicher sein.
Die Mühe der Vorbereitung kann auch nützliche Informationen für die nächste Wahl liefern. Betrachten wir getrennt den Fall, dass ich am Samstag die Steuerung kennengelernt habe. Am nächsten Donnerstag stehen wieder nur vierzig Minuten zur Verfügung, doch ein Teil des früheren Aufschubgrunds ist geklärt. Gibt es noch Inhalte, die ich sehen möchte, und weiß ich inzwischen auch, wie ich nach einer kurzen Runde aufhören kann, würde ich das Spiel nun für einen Abend unter der Woche in Betracht ziehen. Hätte ich es unter „Neue Spiele nur am Wochenende“ eingeordnet, wäre der Name inzwischen hinter der tatsächlichen Situation zurückgeblieben. Entscheidend für die veränderte Wahl ist, was ich nach der Vorbereitung weiß.
Auch mit abgeschlossener Vorbereitung kann ich mich gegen einen weiteren Versuch entscheiden, wenn mein Interesse weg ist. Die gelernte Steuerung macht den nächsten Einstieg vielleicht leichter. Ob ich deshalb weitermachen muss, damit die Mühe nicht vergeblich war, ist eine andere Frage. Mein Maßstab wäre, ob ich neben „Vorbereitung erledigt“ auch etwas nennen kann, das ich als Nächstes sehen möchte. Lässt sich das Spiel unter der Woche leichter starten und bin ich noch neugierig, habe ich zwei Gründe, es in der Auswahl zu behalten.
Für den Fall, dass ich die Steuerung noch nicht kennengelernt habe, würde ich bei der neuen Geschichte dagegen festhalten: „Steuerung ansehen, dann neu entscheiden.“ Beim Rätselspiel steht weiterhin der Plan, die Stelle mit dem zuletzt ungelösten Mechanismus noch einmal anzugehen. Beide Spiele kommen zum Weiterspielen infrage, doch die nächste Handlung unterscheidet sich. Halte ich diesen Unterschied fest, muss ich beim Öffnen der Liste nicht erst rekonstruieren, weshalb das jeweilige Spiel darin steht.
Diese Entscheidungen in Sammlungen festhalten
Zur 2019 veröffentlichten neuen Bibliothek beschreibt Valves Vorstellung der Überarbeitung, wie sich Spiele durch Hineinziehen in Sammlungen ordnen lassen und dynamische Sammlungen sie anhand von Tags und Filtern automatisch gruppieren. Auch das Anzeigen und Sortieren von Sammlungen in Regalen auf der Startseite wird dort vorgestellt. Dass Tags in dynamischen Sammlungen verwendet werden, steht ebenfalls in der derzeit öffentlich verfügbaren Steamworks-Dokumentation zu Tags.

Dies ist eine Konzeptgrafik, kein Steam-Bildschirm.
Die Unterscheidung, die ich aus dieser Vorstellung mitnehme, ist einfach: Spiele nach Bedingungen zusammenstellen und getrennt davon festhalten, warum ich sie selbst wieder spielen möchte.
Auch die vier erfundenen Spiele ließen sich unter „Interessiert mich“ sammeln. Der Name allein verrät aber nicht, ob ich auf Zeit für einen neuen Anfang warte, einen Grund zur Rückkehr in ein unterbrochenes Spiel gefunden habe oder noch einen Termin mit Freunden brauche. Ich würde im Namen die Entscheidungen festhalten, vor denen ich tatsächlich öfter stehe. Dafür muss nicht von Anfang an jede denkbare Situation einen Platz in einer vollständigen Einteilung bekommen.
Meiner Ansicht nach ist ein Name dann nützlich, wenn ich ihn beim Wiederöffnen noch verstehe, nicht nur beim Hinzufügen eines Spiels. Unter „Als Nächstes spielen“ möchte ich erkennen können, ob ich nach dem Ende meines aktuellen Spiels wählen oder schon dieses Wochenende anfangen wollte. Breite Namen wie „Erst mal“, „Sonstiges“ oder „Irgendwann“ sind möglich. Beginne ich darin jedes Mal dieselbe Überlegung von vorn, könnte der Name etwas mehr Information vertragen.
Auch „Unterbrochen“ lohnt einen genaueren Blick. Sind dort Spiele zusammengefasst, die ich trotz Interesse aus Zeitmangel pausiert habe, und solche, die ich gar nicht fortsetzen möchte, brauche ich für die nächste Wahl eine Unterscheidung. Versuche ich, all das in einen einzigen Sammlungsnamen zu packen, wird er lang. Vielleicht genügt es, in der Liste die Spiele zum Wiederansehen zu behalten und den jeweiligen Grund für die Pause gesondert kurz zu notieren.
Nur weil jemand viele Spiele besitzt, möchte ich nicht pauschal empfehlen, die Auswahl zu verkleinern. Eine Metaanalyse von 2010 zur Überforderung durch zu viel Auswahl fasste 63 Bedingungen aus 50 Experimenten mit insgesamt 5.036 Teilnehmenden zusammen. Der durchschnittliche Effekt lag nahe null, die Unterschiede zwischen den Studien waren groß. Das Ergebnis schließt Schwierigkeiten durch viele Wahlmöglichkeiten nicht grundsätzlich aus. Untersucht wurden auch keine Steam-Nutzer. Eine passende Zahl von Spielen für meine eigene Auswahl lässt sich daraus nicht ableiten.
Wird eine Liste lang, interessiert mich ihr Inhalt mehr als die Zahl. Sind viele Spiele trotz verändertem Interesse darin geblieben? Stehen Spiele zusammen, die ich an unterschiedlichen Tagen suchen würde? Oder macht mir das Durchsehen auch bei vielen Möglichkeiten Spaß? Im ersten Fall würde ich meine heutige Einschätzung eintragen, im zweiten ließen sich häufige Anlässe unterscheiden. Im dritten hätte ich keinen Grund, die Liste allein wegen ihrer Größe zu kürzen.
Notieren, womit du nach einer Pause weitermachen willst
Kehren wir zum Rätselspiel zurück. Die Lust zum Weiterspielen ist da, aber du erinnerst dich nicht mehr, was du zuletzt versucht hast. Bleibt es dabei, das Spiel nur für einen erneuten Versuch vorzumerken, musst du an dem Tag, an dem du es tatsächlich startest, wieder nach derselben Erinnerung suchen.
Für unser erfundenes Rätsel könnte eine Zeile genügen: „Beim östlichen Mechanismus eine andere Reihenfolge ausprobieren.“ Das benennt den nächsten Schritt genauer als „Hat Spaß gemacht“ und verlangt weniger Arbeit als eine vollständige Lösung des Spiels. Wenn ich zurückkomme, brauche ich eher die Handlung, die ich unmittelbar vor der Pause vorhatte, als eine Zusammenfassung meiner Eindrücke.

Ein Beispiel für eine persönliche Notiz zum Weiterspielen. Es zeigt weder eine Steam-Funktion noch die Lösung eines tatsächlichen Spiels.
Beim Notieren würde ich unterscheiden, was ich bereits ausprobiert habe und was ich als Nächstes versuchen möchte. Schreibe ich einen erfolglosen Versuch mit einer anderen Reihenfolge so auf, als stünde dieser Versuch noch bevor, wiederhole ich nach der Rückkehr womöglich dasselbe. Bei einer unbestätigten Idee reicht der Zusatz „Ausprobieren“. Auch eine kurze Notiz kann zeigen, was damals schon feststand und was mir nur eingefallen war. Zu knapp darf sie allerdings nicht sein, sonst verstehe ich sie später vielleicht nicht mehr. Mit „Den Mechanismus noch mal versuchen“ muss ich unter Umständen erst herausfinden, welcher gemeint war. Will ich umgekehrt die gesamte Umgebung dokumentieren, traue ich mir womöglich nicht zu, das jedes Mal durchzuhalten. Ich würde mit dem Spielnamen, einem Anhaltspunkt für den Ort und der beabsichtigten nächsten Handlung anfangen. Merke ich beim erneuten Lesen, welche Information fehlt, kann ich sie bei der nächsten Notiz ergänzen.
Dafür braucht es kein bestimmtes Notizprogramm. Es genügt, den Gedanken zusammen mit dem Spielnamen an einer Stelle zu hinterlassen, die ich wieder aufsuche. Der Sammlungsname kann ausdrücken, dass ich weiterspielen möchte, während die Erinnerung an den konkreten Fortschritt separat steht.
Vielleicht starte ich das Spiel erneut und möchte das frühere Ziel gar nicht weiterverfolgen. Interessiert mich die Lösung noch, ich möchte aber meinen alten Ansatz beiseitelegen und das Rätsel frisch betrachten, kann ich so anfangen. Die Notiz erinnert an einen möglichen Ausgangspunkt. Schiebe ich das Spiel auf, weil ich mich verpflichtet fühle, genau nach dem Vermerk vorzugehen, würde ich prüfen, ob dort zwei Dinge vermischt sind: eine Idee zum späteren Nachsehen und ein Ziel, das ich unbedingt weiterverfolgen wollte.
Es geht auch nicht darum, eine Anleitung für andere zu schreiben. Es reicht, wenn ich selbst später damit etwas anfangen kann.
Bei Spielen mit Freunden zählt der Stand der Verabredung
Beim vierten Spiel nehmen wir an, dass der benötigte Spielmodus und die Voraussetzungen der Plattformen bereits geprüft sind und feststeht, wer mitspielt. Hier kommt es weniger darauf an, wie wir ins Spiel kommen, als darauf, wie fest unsere Verabredung schon steht. Für meine Wochenendplanung macht es einen Unterschied, ob wir nur „Lass uns irgendwann zusammen spielen“ gesagt oder uns auf Samstagabend geeinigt haben.
Angenommen, am Samstagnachmittag will ich die neue Geschichte allein anfangen und am Abend mit Freunden spielen. Dann muss ich die Verabredung auch bei der Wahl des Solospiels berücksichtigen. Selbst wenn ich den ersten Tag gern lange mit dem neuen Spiel verbringen würde: Solange ich nicht weiß, wann ich aufhören kann, würde ich dafür nicht einfach den ganzen Nachmittag verplanen. Steht die gemeinsame Zeit fest, würde ich diesen Plan zuerst festhalten. Auch meine Auswahl fürs Alleinspielen muss schließlich in die übrige Zeit des Tages passen.
Ohne vereinbarten Termin sieht es anders aus. Ich muss nicht jedes Wochenende freihalten, nur weil ein Spiel irgendwann für eine gemeinsame Runde infrage kommt. Unterscheide ich zwischen Spielen, die wir zusammen ausprobieren möchten, und dem Spiel für die nächste tatsächliche Verabredung, verwechsle ich eine mögliche Auswahl nicht so leicht mit einem festen Termin. Sobald wir einen Tag ausgemacht haben, kann ich das Spiel dort vermerken, wo ich auch den Termin nachsehe.
Braucht jeder Freund eine eigene Liste? Für mich hängt das davon ab, wie die Runden tatsächlich zustande kommen. Spielen immer dieselben Menschen dasselbe Spiel, kann ein gemeinsamer Plan ausreichen. Gibt es mehrere Zusammensetzungen, ist vielleicht die Information nötig, mit wem ich ein Spiel vorhatte. Statt zuerst für jeden Freund ein eigenes Feld anzulegen, würde ich eher darauf schauen, ob ich Verabredungen schon einmal verwechselt habe. Auch hier gibt es einen Grund für weitere Listen, wenn ich die darin enthaltenen Angaben tatsächlich wieder brauche.
Wird eine Verabredung verschoben, hängt die sinnvolle Notiz vom Grund ab. Zuerst wäre zu klären, ob das Interesse am Spiel verschwunden ist oder nur ein neuer Termin fehlt. Liegt es am Datum, kann das Spiel für eine gemeinsame Runde vorgemerkt bleiben, und wir suchen einen anderen Termin. Wollen wir es nicht mehr zusammen spielen, gibt es weniger Anlass, es wie einen festen Plan zu behandeln. Was die andere Person denkt, kann ich nicht für sie entscheiden. Haben wir darüber noch nicht gesprochen, ist es genauer, auch diesen offenen Stand festzuhalten.

Allein aus einer verschobenen Verabredung lässt sich nicht schließen, dass auch das Interesse der anderen Person verschwunden ist.
Was „Abgeschlossen“ in deiner Liste bedeutet
Stellen wir uns vor, das Wochenende ist vorbei und die Bibliothek wird wieder geöffnet. Die neue Geschichte möchtest du noch etwas weiterspielen, im Rätselspiel hast du die schwierige Stelle gelöst. Zum vertrauten Spiel bist du am Donnerstag kurz zurückgekehrt, die Verabredung mit Freunden wurde auf die nächste Woche verschoben. Teilt man die vier Spiele nur in „Gespielt“ und „Nicht gespielt“, geht viel von dem verloren, was inzwischen entschieden wurde.
Die gelöste Stelle im Rätselspiel muss nicht bedeuten, dass das ganze Spiel abgeschlossen ist. Gibt es weitere Rätsel, die ich lösen möchte, kommt es zum Weiterspielen infrage. Bin ich für dieses Mal zufrieden, weil die eine Frage beantwortet ist, die mich beschäftigt hat, kann ich es vorerst aus der nächsten Auswahl nehmen. Das entscheidet die erfundene Person im Beispiel. Aus einem gelösten Rätsel ergibt sich nicht automatisch, welcher Fall zutrifft.

Die Namen beschreiben persönliche Entscheidungen. Sie stehen nicht für eine Funktion, die Steam-Errungenschaften verändert.
Bei einer Geschichte können „Habe ich das Ende gesehen?“ und „Möchte ich noch einmal spielen?“ ebenfalls zwei verschiedene Fragen sein. Nach dem Ende interessieren mich vielleicht andere Entscheidungen. Oder ich habe nur bis zur Mitte gespielt und möchte trotzdem nicht weitermachen. Bevor ich „Abgeschlossen“ als Namen verwende, würde ich klären, weshalb ich diese Liste später öffnen will. Soll sie Spiele auffindbar machen, deren Ende ich gesehen habe, passt dieses Kriterium. Soll sie meine derzeitigen Spielpläne ordnen, würde ich direkter festhalten, ob ich weiterspielen möchte.
Auch Errungenschaften können ein persönliches Ziel sein. Wer alle freischalten möchte, meint mit „Abgeschlossen“ etwas anderes als jemand, der nur das Ende der Geschichte sehen will. In einer selbst gepflegten Liste muss für mich erkennbar sein, in welchem Sinn ich das Wort benutze. Damit ist weder gemeint, tatsächliche Errungenschaften zu verändern, noch, dass Steam meinen persönlichen Maßstab automatisch beurteilt.
Ein Spiel mit vertrauter Steuerung, zu dem ich immer mal kurz zurückkehre, passt womöglich schlecht unter „Abgeschlossen“. Besteht mein Vergnügen gerade im gelegentlichen Wiederkommen, beschreibt „Spiele, zu denen ich zurückkehre“ meine Auswahl besser als „Noch nicht beendet“. Dasselbe Spiel kann ich in einer Phase intensiv spielen und in einer anderen nur selten starten. Ändert sich der Grund, weshalb ich es wieder aufsuche, sollte ich auch den ursprünglich eingetragenen Stand anpassen.
Die neue Geschichte bleibt fürs Weiterspielen vorgemerkt, weil ich ihr noch etwas Zeit geben möchte. Sehe ich dabei weiterhin den alten Namen „Tag für den ersten Start“, beschäftige ich mich womöglich erneut mit einer schon getroffenen Entscheidung. Der Grund fürs Warten auf den Anfang hat sich erledigt, und eine nächste Handlung ist hinzugekommen. Diese Veränderung genügt als neuer Eintrag. Eine Einordnung muss nicht erst dann angepasst werden, wenn mein endgültiges Urteil feststeht. Auch ein anderer Grund zum nächsten Start ist eine Änderung, die ich festhalten kann.
Nur häufig genutzte Listen nach vorn, nur veränderte Gründe anpassen
Welche Gruppen ich nach vorn stelle, würde ich davon abhängig machen, ob ich gewöhnlich zuerst nach Spielen zum Fortsetzen oder nach Spielen suche, die ich als Nächstes anfangen möchte. Auch die Sortierung würde ich an den Anhaltspunkten ausrichten, an die ich mich erinnere. Nur weil etwas schon in einer Liste steht, muss es nicht jedes Mal vorn stehen.
Überlege ich bei jedem neuen Spiel lange, wo es hingehört, könnte ich prüfen, ob sich die Listennamen klar voneinander abgrenzen. „Als Nächstes“, „Demnächst“ und „In nächster Zeit“ getrennt zu pflegen, kostet womöglich zusätzliche Mühe, wenn ich sie ohnehin bei derselben Gelegenheit öffne. Unterscheiden sich nur die Namen, während die Entscheidung gleich bleibt, würde ich sie zusammenlegen. Stehen unterschiedliche Verabredungen oder Vorbereitungen dahinter, gibt es weiterhin einen Grund für getrennte Listen.

Hier passt eine Person die Listennamen und ihre Pläne selbst an. Gezeigt wird keine Funktion zum automatischen Umbenennen oder Zusammenführen.
Finde ich unter den selbst ausgewählten Spielen nicht das, wonach ich suche, würde ich zuerst prüfen, was fehlt. Habe ich ein neu aufgekommenes Interesse noch nicht eingetragen? Steht das Spiel weiterhin unter einem alten Plan? Oder habe ich es wegen eines unklaren Namens woanders abgelegt? Je nach Antwort ist eine andere Stelle zu bearbeiten. Manchmal hilft vielleicht eine weitere Sammlung, manchmal genügt es, den bereits notierten Grund zu ändern.
Ist wenig Zeit für die Pflege da, würde ich zuerst die Informationen kürzen, die ich bei der nächsten Auswahl gar nicht gelesen habe. Vielleicht habe ich einen langen Eindruck festgehalten, beim Zurückkehren aber nur eine Zeile zur letzten Handlung gebraucht. Oder ich habe den Fortschritt fein unterteilt, obwohl ich eigentlich nur nach Spielen zum Fortsetzen gesucht habe. Von Anfang an genau zu wissen, was nötig sein wird, ist schwierig. Es ist nicht zu spät, nach einigen erneuten Besuchen zu prüfen, welche Angaben tatsächlich nützlich waren.
Wenn ich diese erfundene Bibliothek das nächste Mal öffne, möchte ich darauf achten, ob ich am Samstag noch immer die Entscheidung vom Donnerstag wiederhole. Habe ich ein Spiel für einen neuen Anfang ausgewählt und greife doch jedes Mal nur zum vertrauten, würde ich überlegen, für welchen Anlass ich es eigentlich vorgemerkt hatte. Suche ich im Rätselspiel bei jedem Start nach der Stelle, an der ich aufgehört habe, ergänze ich einen Hinweis in der Notiz. So ungefähr würde ich anfangen. Statt sämtliche vorgeschlagenen Listen anzulegen, würde ich nach und nach die Stellen verbessern, an denen meine eigene Auswahl tatsächlich ins Stocken geraten ist.

